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Fairer Handel
Organisation: Tilly Schamberger
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Fairer Handel – was geht uns das an?
Sie hören in den Pfarrnachrichten vom Eine-Welt-Tisch oder dass wieder ein Eine-Welt-Verkauf stattfindet, haben vielleicht schon dort eingekauft oder sind sogar Stammkunde, wollten aber immer schon etwas mehr darüber wissen? Wir haben hier ein paar Dinge zusammengeschrieben, die vielleicht nicht allgemein bekannt sind.
Der Faire Handel hat seine Anfänge bei kirchlichen Gruppen in den USA der 1950er Jahre. Die Idee wurde während der gesellschaftlichen Umbrüche um 1968 von Studentengruppen in Europa aufgegriffen, um multinationalen Konzernen ein Handelsmodell entgegenzusetzen, das die Erzeuger fair behandelt und mit den Ressourcen verantwortungsvoll umgeht.

Kaffeepflanzer in Oaxaca, Mexiko
Bild: GEPA

Der Faire Handel hat seine Anfänge bei kirchlichen Gruppen in den USA der 1950er Jahre. Die Idee wurde während der gesellschaftlichen Umbrüche um 1968 von Studentengruppen in Europa aufgegriffen, um multinationalen Konzernen ein Handelsmodell entgegenzusetzen, das die Erzeuger fair behandelt und mit den Ressourcen verantwortungsvoll umgeht.
Heute gibt es in Deutschland mehrere Fair-Trade-Handelsorganisationen. Die wichtigste ist die 1975 gegründete Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH (GEPA) in Wuppertal. Sie wird von fünf christlichen Organisationen getragen, u.a. den Missionswerken Brot-für-die-Welt und Misereor. Die Unternehmensziele sind die Förderung von benachteiligten Produzenten im Süden, die Veränderung des Kaufverhaltens bei den Konsumenten sowie das Hinwirken auf strukturelle Veränderungen im Welthandel durch Lobbyarbeit. Neben einer verlässlichen Partnerschaft und fairen Erzeugerpreisen leistet die GEPA faktisch Entwicklungshilfe zum selbständigen sozialen und nachhaltigen Wirtschaften, z.B. bei der Umstel-lung auf Bioanbau, bei der Gründung kleinbäuerlicher, selbstbestimmter Kooperationen, bei der Auswahl marktfähiger Sorten oder schlicht mit Vorschüssen zur Anschubfinanzierung. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe und Partnerschaft auf Augenhöhe. Durch interne Kontrollen werden unerwünschte Auswüchse, wie Kinderarbeit, verhindert; externe Kontrollen, vor allem durch die World Fair Trade Organization (WFTO), sorgen für die notwendige Transparenz und Glaubwürdigkeit. Ihr Know-How und ihr Gewicht setzt die GEPA aber auch für Innovationen am anderen Ende der Handelskette ein: 1997 ist sie beispielsweise für ihre aluminiumfreie Kaffeeverpackung ausgezeichnet worden. Auch das dient der Nachhaltig-keit, die ein weiterer Unterschied zum konventionellen Handel ist. Die GEPA legt Wert auf einen hohen Anteil an Fair-Trade-Rohstoffen in ihren Misch-produkten (Gebäck, Schokolade, usw): Wo sich andere Fair-Trade-Siegel bereits mit unter 10% Fair-Trade-Anteil zufrieden geben, garantiert das Siegel „Fair+" der GEPA bei über zwei Drittel der Mischprodukte 75% fair gehandelte Zutaten. Die genauen Anteile stehen auf jeder Verpackung. Um diese Quote zu schaffen, ist die GEPA für Zutaten, die nicht aus Südländern kommen, Kooperationen mit europäischen Handelspartnern eingegangen, z.B. den Milchwerken Berchtesgadener Land, die den Erzeugern einen höheren Mindestpreis für die Milch zahlen. „Fair" also nicht nur zur Dritten Welt, sondern auch zu unseren heimischen Milchbauern, die genauso unter den Schwankungen der Preise und der Macht des Handels leiden. Auch deshalb heißt es „Eine-Welt-Verkauf“, und nicht „Dritte-Welt“.


Am Beispiel Kaffee zeigt die Grafik, welcher Anteil des Verkaufspreises durchschnittlich an welchen Beteiligten des Produktionsprozesses gehen.
Der Umsatz der GEPA beträgt knapp 70 Mio € pro Jahr. Vertrieben werden die Waren zu einem Drittel über den normalen Lebensmittelhandel einschließlich Naturkostläden, zu einem Drittel über Gastronomie, Kantinen, Tagungshäuser usw. und zum letzten Drittel über ca. 800 Weltläden und rund 6.000 Aktionsgruppen – darunter der Eine-Welt-Verkauf in St. Martin und der Eine-Welt-Tisch in Frieden Christi. Beide haben 2016 Jubiläum – 25 bzw. 30 Jahre gibt es sie schon. Zur Geschichte und den lokalen Besonder-heiten dieser beiden Gruppen berichten wir im nächsten Pfarrbrief.
Fairer Handel und Kirche – das passt gut zusammen, denn beide leben den Gedanken der Diakonia – des Teilens und des Schauens auf die Benachteiligten und Schwachen. „Wenn die Länder des Überflusses den Entwicklungsländern gerechte Preise für ihre Produkte zahlen würden, könnten sie ihre Unterstützung und ihre Hilfspläne für sich behalten“ – dieser Satz von Dom Hélder Câmara ist immer noch aktuell. Dazu kommt: Uns in Europa dämmert gerade, dass Globalisierung nicht nur freier Fluss von Waren, Geld, Daten, Kultur usw. bedeutet, sondern dass auch die Probleme entlegener Regionen an unserer Landesgrenze nicht mehr Halt machen.
Mit Ihrem Kauf von fair gehandelten Produkten tragen Sie dazu bei, dem Ziel der Gerechtigkeit ein bisschen näher zu kommen.
Die Verkaufstermine in St. Martin finden Sie [hier]

Für den EWV St. Martin: Tilly Schamberger
Für den EWT Frieden Christi: Martin Singer

Fairer Handel vor Ort

Nachdem wir im letzten Pfarrbrief allgemein über den Fairen Handel berichtet haben, geht es diesmal um die konkrete Umsetzung vor Ort.
Der Verkauf fair gehandelter Produkte hat im Pfarrverband eine lange Tradition. In St. Martin gibt es den Eine-Welt-Verkauf seit 25 Jahren.
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